Psychose, Neurose oder Paranoia | Was sind die Unterschiede?

Was unterscheidet Psychosen von Neurosen und was ist Paranoia?

Junger Mann mit Brille greift sich mit einer Hand an den Kopf, aus dem verwirrende Zeichen, Pfeile und Zahnräder hervorkommen.

»Psychose«, Neurose und »Paranoia« sind drei verschiedene psychische Störungsbilder. Der Neurotiker verliert aber nie den Bezug zur Realität.

„Das ist doch psycho!“, „Du verhältst dich total neurotisch! „Du bist ja paranoid!“ Unbedacht verwenden manche Menschen diese Begriffe in falscher und diskriminierender Weise. Meist wollen sie damit zum Ausdruck bringen, dass sie ein Verhalten unlogisch, widersprüchlich oder übertrieben emotional finden. In der Medizin werden mit den Begriffen »Psychose«, »Neurose« und »Paranoia« verschiedene psychische Störungsbilder beschrieben.

Was ist eine Neurose?

»Neurose« ist ein heute nicht mehr gebräuchlicher Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher seelischer Störungen ohne erkennbare körperliche Ursachen. Darunter fallen unter anderem Angst- und Zwangsstörungen sowie Verstimmungszustände. Auch posttraumatische Belastungsstörungen gehören dazu. Angst vor Krankheit oder Verlust kennen viele Menschen. Nur sind diese bei einer Neurose besonders intensiv und beherrschen die Gefühlswelt des Betroffenen. Der Neurotiker verliert aber nie den Bezug zur Realität. Er ist sich in der Regel seiner Ängste und Zwänge bewusst.

Was ist eine Psychose?

Eine »Psychose« zeichnet sich hingegen durch eine gestörte Realitätswahrnehmung aus, der Bezug zur Realität geht zeitweise verloren. Die häufigste Form einer Psychose ist die Schizophrenie. Psychotiker halluzinieren, hören Stimmen und entwickeln Wahnideen. Anders als Neurotiker haben Psychotiker zumindest in der akuten Phase keine Krankheitseinsicht und halten sich für gesund. Auch üben Psychosen Einfluss auf alle Aspekte der Persönlichkeit aus, während bei Neurosen nur Teilbereiche der Persönlichkeit betroffen sind.

Was ist Paranoia?

»Paranoia« bezeichnet eine seltene Form der Psychose, in deren Mittelpunkt ein Wahn steht, der lange, manchmal lebenslang andauert. Der Inhalt des Wahns oder des Wahnsystems ist sehr unterschiedlich, zum Beispiel Liebes-, Eifersuchts-, Größen- oder Verfolgungswahn. Die wahnhafte Störung ist keine schizophrene Psychose.

Auch die »paranoide Schizophrenie«, die häufigste und bekannteste Erkrankung aus dem Formenkreis der Schizophrenien, ist eine andere Erkrankung. Anders als bei der Schizophrenie erscheint der Wahn des Paranoikers weniger bizarr und zumindest theoretisch nachvollziehbar und im realen Leben nicht völlig auszuschließen. Selbst für Experten sind »Paranoia« und »paranoide Schizophrenie« nicht leicht auseinanderzuhalten.