Wie äußert sich Agitation bei bipolaren Störungen?

Mann mit rotem T-Shirt gestikuliert mit beiden Händen.

Bei einem bipolar Erkrankten ist die Impulskontrolle gestört. Die heitere Stimmung kann plötzlich umschlagen in Aggression.

Menschen mit einer bipolaren Störung zeigen agitiertes Verhalten typischerweise während manischer Episoden. In der Manie verfügen die Betroffenen über unbändige Energie. Sie schlafen kaum noch, ohne am nächsten Tag müde zu sein. Ihr Denken ist beschleunigt, ständig haben sie neue Ideen. Sie sind hemmungsloser und sexuell aktiver als sonst. Während der manischen Episode sind die Erkrankten hyperaktiv, ungewöhnlich redselig und fühlen sich dabei großartig.

Agitiertheit in der Manie kann ein Risiko darstellen

Allerdings kann die grundlos heitere Stimmung in eine gereizte, mitunter aggressive Grundhaltung übergehen, besonders dann, wenn die Wünsche des Betroffenen vom Umfeld nicht erfüllt werden. Dann kommt es zu Beleidigungen von Kollegen oder sogar zur Trennung vom Partner. Die Impulskontrolle ist gestört, der bipolar Erkrankte hat sich nicht mehr im Griff.

Da kann es beispielsweise passieren, dass der Betroffene mit seinem riskanten Fahrstil sein Auto zu Schrott fährt. Die Verkehrstauglichkeit ebenso wie die Fähigkeit, gefährliche Maschinen zu bedienen, sind unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistet. Agitiertes Verhalten kann bei einem bipolar Erkrankten daher sowohl das eigene Leben als auch das anderer Menschen gefährden.

Verwechslungsgefahr der Agitiertheit bei bipolaren Störungen?

Die gesteigerte Aktivität, die Ruhelosigkeit und der häufige Gewichtsverlust können mit Symptomen, wie sie bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und bei Magersucht (Anorexia nervosa) auftreten, verwechselt werden. Auch kann die gereizte, abgeschwächte Form der Manie (Hypomanie) Ähnlichkeiten zum Anfangsstadium einer agitierten Depression aufweisen.

Lang andauernde Hypomanien können irrtümlicherweise für Persönlichkeitsstörungen gehalten werden. Manchmal werden die Symptome der bipolaren Störung auch als Schizophrenie missgedeutet. Bei Suchtmittelgebrauch können ebenfalls manisch wirkende Zustände mit Agitiertheit auftreten.