Agitation und Depression

Wie zeigt sich Agitation bei Depression?

Ein an agitierter Depression leidender Mann sitzt in Sportkleidung mit den Händen vor seinem Gesicht auf einer Fensterbank.

Bei einer agitierten Depression wird die innere Unruhe häufig von Angstzuständen, Schlaflosigkeit und großem Bewegungsdrang begleitet.

Agitation ist ein mögliches Begleitsymptom bei Depressionen. Bei der agitierten Depression – einer speziellen Form der depressiven Störung – haben die Betroffenen jedoch keinen verminderten Antrieb wie sonst bei Depressionen. Sie fühlen sich im Gegenteil rastlos und getrieben. Begleitet wird die innere Unruhe häufig von Angstzuständen, Schlaflosigkeit und großem Bewegungsdrang. Die Betroffenen kommen nicht zur Ruhe und müssen sich immerzu beschäftigen. Sie reden mehr als sonst, klagen aber kaum über ihre Beschwerden.

Mit Aktionismus werden die Kernsymptome der Depression wie gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit und Interesselosigkeit überspielt.

Mit agitierter Depression fühlen sich Betroffene oft nicht krank

Menschen mit agitierter Depression scheinen für ihr Umfeld gut zu „funktionieren“. Auch fühlen sie sich selbst nicht richtig krank oder psychotherapeutisch hilfsbedürftig. Die Symptomatik kann für Außenstehende zunächst weniger beängstigend sein als bei einer klassischen Depression. Es besteht jedoch das Risiko spontaner und unüberlegter Handlungen und damit eine erhöhte Selbstmordgefahr. Hier ist es wichtig, die Symptome richtig zu deuten und eine frühzeitige psychotherapeutische Behandlung einzuleiten.

Sissi-Syndrom – Eine Sonderform der agitierten Depression?

Es gibt Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, dabei aber überaus aktiv, nahezu fanatisch berufliche, sportliche oder kulturelle Interessen verfolgen. Die Betroffenen streben nach äußerer Perfektion und zeigen ein ausgeprägtes bis überzogenes Gesundheitsbewusstsein. Sie überspielen ihre Selbstzweifel und Ängste indem sie übermäßig viel Sport treiben oder Diäten machen bis hin zur Selbstschädigung. Wegen der auffallenden Ähnlichkeit dieser Variante der agitierten Depression mit dem Verhalten der österreichischen Kaiserin Elisabeth (1837–1889) wurde dafür der Begriff Sissi-Syndrom vorgeschlagen. Experten sind sich jedoch nicht darüber einig, ob es sich dabei tatsächlich um eine Depression oder um das Erscheinungsbild einer Ess-Störung (Anorexia nervosa) handelt.