Wie äußert sich Agitation bei Angst- und Panikstörungen?

Ein junger Mann mit einer Angststörung kaut angespannt auf seinem Daumennagel

Bei einer Angststörung versucht der Betroffene durch Nägelkauen oder andere, nach innen gerichtete Aggressionen, Spannungen abzubauen.

Bei Menschen mit Angst- und Panikstörungen ist Agitiertheit ein häufiges Symptom. Bei einer generalisierten Angststörung ist der Betroffene ständig besorgt, dass etwas passieren könnte. Er denkt permanent an mögliche Gefahren, auch wenn er nichts Gefährliches tut. Er scheint allem und jedem mit erhöhter Aufmerksamkeit zu begegnen und wirkt extrem angespannt, schreckhaft und reizbar. Dabei ist er sich in der Regel seiner unrealistischen und übertriebenen Ängste bewusst, nur kann er seine grüblerischen Gedanken nicht steuern.

Die motorische Spannung kann sich als Zittern, körperliche Unruhe und Spannungskopfschmerz bemerkbar machen. Manche Betroffene kauen an den Nägeln, beißen sich auf die Lippen und scheinen ständig „auf dem Sprung“ zu sein. Aufgrund der permanenten Anspannung können Konzentrations- und Schlafstörungen sowie ein immer tiefer gehender Erschöpfungszustand die Folge sein.

Die Agitiertheit zeigt sich in körperlichen Symptomen

Die Panikstörung wird durch plötzlich auftretende vegetative Erregungszustände charakterisiert. Diese können sich unter anderem mit Ohrensausen, Schwindel, Schweißausbrüchen, Beklemmungsgefühlen, Herzklopfen und Atemnot zeigen. Häufig sind auch Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel abwechselnd Verstopfung und Durchfall und häufiger Harndrang.

Die Betroffenen erleben die Panikattacken als massive Bedrohung ihrer körperlichen und physischen Gesundheit. Viele stehen dabei Todesängste aus oder glauben „verrückt“ zu werden. Andere befürchten, in Ohnmacht zu fallen oder erbrechen zu müssen. Die Angst vor einer erneuten Attacke kann zu einer erhöhten Selbstbeobachtungstendenz führen, welche die Häufigkeit und Intensität der Panikattacken weiter erhöht.