Psychose: Wo findet man Hilfe? Hier mehr Informationen!

Was können Angehörige bei einer Psychose tun?

Zwei weibliche Hände halten die Hand eines Mannes über einem Tisch.

Es hilft dem an einer Psychose erkrankten Familienmitglied, wenn Angehörige immer wieder zeigen, dass sie für ihn da sind.

Vermutlich sind Sie als Angehöriger verunsichert, den geliebten Menschen während einer akuten Psychose zu erleben. Sie können sein Verhalten nicht nachvollziehen. Seine gesamte Persönlichkeit scheint sich verändert zu haben. Die sonst so vertraute Person ist Ihnen plötzlich fremd, sie weicht Ihren Fragen aus. Vielleicht wendet sich der Betroffene ab und begegnet Ihnen mit Misstrauen. Oder er zieht sich völlig zurück, ist feindselig und angriffslustig. Sie machen sich möglicherweise Sorgen, dass er sich etwas antun könnte. Aus eigenem Antrieb geht der Kranke nicht zum Arzt – er hält sich entweder nicht für krank oder es fehlt ihm dazu die Energie.

Jeder erlebt eine Psychose bei seinem Familienmitglied, Partner oder Freund anders. Helfen können Sie, indem Sie dem erkrankten Menschen Halt und Normalität geben, Vertrautheit und Gelassenheit bewahren. Denn wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass für die Genesung eines Psychosekranken und die Verhinderung von Rückfällen der richtige Umgang mit dem Betroffenen besonders wichtig ist.

Strahlen Sie Ruhe und Gelassenheit aus

Die Psychose bedeutet nicht nur für Sie, sondern auch für den, der sie durchlebt, großen Stress. Daher sollten Sie das Stressniveau nicht noch dadurch erhöhen, dass Sie miteinander streiten oder Sie dem Erkrankten Vorwürfe machen. Bleiben Sie ruhig und gelassen. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung und eine entspannte, gemütliche Atmosphäre.

Reduzieren Sie außerdem äußere Reize: Schalten Sie zum Beispiel den Fernseher aus oder schicken Sie Besucher weg. Sprechen Sie selber ruhig, klar und nicht zu laut. Laufen Sie dabei nicht herum. Unterstützen Sie körperliche Aktivitäten, zum Beispiel in Form von gemeinsamen Spaziergängen. Manchmal tut es auch einfach nur gut, zusammen still dazusitzen und die Hand zu halten. Akzeptieren Sie es, wenn sich der Erkrankte zurückziehen möchte.

Hilfe bei Psychosen: Zeigen Sie Verständnis und Akzeptanz

Die Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind für den Erkrankten Realität. Sagen Sie nicht „Du siehst Gespenster!“, sondern interessieren Sie sich für seine Wahrnehmungen. Die psychotischen Erlebnisse sind für die meisten Betroffenen äußerst belastend und beängstigend. Wenn Sie jetzt dagegenreden, kann das ohnehin schon vorhandene Misstrauen weiter wachsen und die Gefühle von Angst und Einsamkeit verstärken. Versuchen Sie daher, Verständnis und Akzeptanz für seine Situation zu zeigen.

Den kranken Menschen ernst nehmen, das ist der Leitgedanke im persönlichen Umgang. Vielleicht gelingt es Ihnen, das Gespräch behutsam auf die gesunden Aspekte der Person zu lenken. Oder Sie finden andere, neutrale Gesprächsthemen. Vermitteln Sie Ihrem Familienmitglied oder Partner immer wieder das Gefühl, dass Sie zu ihm halten und einfach für ihn da sind.

Holen Sie im Notfall Hilfe

Eine Psychose kann dazu führen, dass der Betroffene sich bedroht fühlt und Aggressionen entwickelt. Sollten Sie angegriffen werden oder das Gefühl haben, der Erkrankte könnte sich oder anderen etwas antun, sollten Sie sofort den Raum verlassen und schnell Hilfe holen. Dies kann bedeuten, dass Sie den behandelnden Arzt, den Sozialpsychiatrischen Dienst oder den Notarzt anrufen. Sie können auch die Polizei verständigen und den Betroffenen – auch gegen seinen Willen – in eine psychiatrische Klinik bringen lassen. Bei einer Fremd- oder Eigengefährdung ist eine psychiatrische Behandlung unbedingt notwendig!

Informieren und tauschen Sie sich aus

Die Psychose eines geliebten Menschen ist ein schwerer Schicksalsschlag. Die Erkrankung kann eine so große Belastung darstellen, dass Sie als Angehöriger fachlichen Rat und Hilfe brauchen. Für Angehörige ist es daher wichtig, dass sie sich selbst mit dem Krankheitsbild »Psychose« befassen und sich informieren. Viele Kliniken bieten mittlerweile spezielle (Edukations-)Programme für Angehörige an, in denen Wissen über Symptomatik, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer Psychose vermittelt wird.

Der Austausch mit Angehörigen anderer erkrankter Menschen ist ebenfalls wichtig. Die Gespräche mit Menschen, die das gleiche Schicksal teilen, wirken entlastend und können Ängste und Schuldgefühle verringern. Angehörigengruppen gibt es in allen Bundesländern und den meisten größeren Orten. Adressen, an die Sie sich wenden können, haben wir hier für Sie zusammengestellt.