Agitation und Alkohol: Wie hängt es mit einem Alkoholdelir zusammen?

Wie äußert sich Agitation in Zusammenhang mit Alkohol?

Ein Alkoholiker sitzt an einem Tisch mit einem Glas Rotwein und umfasst mit scheinbar mehreren Händen die Bier- und Weinflaschen vor ihm

Bei einem Alkoholdelir – einer Komplikation der Alkoholkrankheit, kommt
es zu starker motorischer Unruhe und Halluzinationen.

Im Zusammenhang mit Alkohol treten Agitationen meist bei einem sogenannten pathologischen Rausch sowie bei einem Alkoholdelir (Alkoholentzugsdelir) auf.

Mediziner sprechen von einem pathologischen Rausch, wenn bereits vergleichsweise geringe Alkoholmengen (etwa 1 bis 2 Promille) zu einem plötzlichen Rauschzustand führen, der mit verbaler und körperlicher Aggression, Zerstörungswut und Halluzinationen einhergeht. Die üblichen Symptome, wie Torkeln oder verwaschene Sprache fehlen. Der Betroffene fällt nach Minuten bis Stunden schlagartig in einen narkoseähnlichen Schlaf und kann sich nach dem Aufwachen an nichts erinnern (Amnesie). Diese Form des Alkoholrauschs beruht auf einer verminderten Alkoholtoleranz. Mögliche Gründe für die Alkoholunverträglichkeit sind Hirnkrankheiten, Allgemeinerkrankungen, schwere körperliche oder psychische Erschöpfung oder die gleichzeitige Einnahme zentralnervös wirksamer Medikamente.

Agitiertes Verhalten bei Alkoholentzug

Chronischer Alkoholmissbrauch (Alkoholabusus) führt zu einer körperlichen Abhängigkeit. Sobald der Blutalkoholspiegel unter eine individuelle kritische Schwelle sinkt, kommt es zu Entzugserscheinungen. Die ersten Symptome eines Alkoholentzugssyndroms sind innere Unruhe, Zittern, Schlaflosigkeit, Angst, erhöhte Reiz- und Erregbarkeit sowie Übelkeit und Erbrechen.

Zwei bis drei Tage nach der letzten Alkoholeinnahme kann ein sogenanntes Alkoholdelir oder Delirium tremens auftreten. Etwa 13 Prozent der Alkoholiker erleben ein Delir1, das sich meist in Folge eines ungeplanten Entzugs entwickelt, zum Beispiel aufgrund einer akuten Erkrankung. In seltenen Fällen kann ein Delir auch im Laufe einer ausgeprägten Trinkphase auftreten. Es wird dann als Kontinuitätsdelir bezeichnet.

Im Alkoholdelir ist Agitiertheit typisch

Das Delir als Komplikation der Alkoholkrankheit ist von motorischer Unruhe, Beschäftigungsdrang, Desorientiertheit, Halluzinationen sowie einer starken Hyperaktivität des autonomen Nervensystems geprägt. Puls, Blutdruck und Atemfrequenz sind erhöht. Die Betroffenen laufen oder suchen ziellos herum, sind gereizt bis aggressiv, schwitzen stark und zeigen das typische Zittern (Tremor) mit Pillendrehbewegungen der Finger.

Ein Alkoholdelir ist potenziell lebensgefährlich und daher immer ein Notfall, der eine sofortige stationäre Aufnahme erfordert.

1http://www.aerzteblatt.de/archiv/28332/Serie-Alkoholismus-Alkoholassoziierte-Organschaeden