Was ist eine unipolare Depression?

Frau mit Depressionen steht nachdenklich an einem Fenster

Eine Depression ist, ebenso wenig wie eine körperliche Erkrankung, kein Grund für Scham- oder Schuldgefühle.

Die unipolare Depression – kurz Depression – ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen über einen längeren Zeitraum eine deutlich gedrückte Stimmung, Desinteresse und Antriebsschwäche zeigen. Im Unterschied zur bipolaren affektiven Störung fehlen bei einer unipolaren Depression die manischen Phasen. Doch nicht nur die Psyche ist belastet. Häufig treten während einer Depression verschiedenste körperliche Beschwerden auf, zum Beispiel unbestimmte Schmerzen oder Verdauungsstörungen.

Depressiven Menschen gelingt es nicht oder nur schwer, die Aufgaben im Alltag zu bewältigen, die gesamte Lebensführung ist beeinträchtigt. Inzwischen gehören Depressionen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt: Nahezu jeder fünfte Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer1. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch, weil viele Betroffene nicht zum Arzt gehen oder der Arzt die Depression nicht erkennt. Depressionen können in jeder sozialen Schicht und in jedem Alter auftreten. Am häufigsten werden sie in der Altersgruppe der 60- bis 69-jährigen diagnostiziert2.

Welche Formen der Depression gibt es?

Es gibt eine große Vielfalt von Begrifflichkeiten für Depressionen: So wird die unipolare Depression vielfach auch als Major Depression oder – veraltet – als endogene Depression bezeichnet. Bei einzelnen depressiven Phasen, die einmalig oder wiederholt auftreten können, spricht man von depressiven Episoden.

Bestehen die Symptome länger als zwei Jahre, handelt es sich um eine chronische Depression. Die Dysthymie ist eine weniger stark ausgeprägte depressive Verstimmung, die ebenfalls über Jahre anhalten kann. Die Betroffenen sind von ihrer Grundstimmung eher pessimistisch, grüblerisch und von Selbstzweifeln geplagt.

Der wichtigste Schritt ist der Gang zum Arzt oder Therapeuten

In vielen Fällen kann Menschen mit einer Depression geholfen werden. Mit Medikamenten und psychotherapeutischen Angeboten können die Symptome gelindert oder die Depression ganz zum Verschwinden gebracht werden. Voraussetzung dafür ist jedoch der Gang zum Arzt oder Psychotherapeuten. Vielleicht schämen Sie sich wegen Ihres Zustandes oder Ihrer Leistungsschwäche. Dabei ist eine Depression, ebenso wenig wie eine körperliche Erkrankung, kein Grund für Scham- oder Schuldgefühle. Verdrängen Sie Ihre Beschwerden nicht oder reden Sie diese nicht klein. Nehmen Sie rechtzeitig Hilfsangebote in Anspruch und informieren Sie sich.

In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über Depressionen, ihre Ursachen und Symptome. Lesen Sie, woran Sie als Angehöriger eine Depression erkennen können und wie Ärzte die Erkrankung behandeln.

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Hinweis: Selbstverständlich sind diese Informationen kein Ersatz für ein Gespräch mit Ihrem Arzt. Zur Vorbereitung können Sie jedoch sinnvoll und nützlich sein. Je mehr Sie als Betroffener über Ihre Erkrankung in Erfahrung bringen, umso besser werden Sie Kontrolle über sie haben.

1Robert Koch Institut. Depressive Erkrankungen. Heft 51. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin 2010
2Maercker A. (Hrsg.) Alterspsychotherapie und klinische Gerontopsychologie. Springer-Verlag, 2015