Wie erfolgt die Diagnose einer bipolaren Störung?

Mann im Gespräch mit dem Psychiater

Der Psychiater nimmt sich Zeit für
die Diagnose einer bipolaren Störung

Wenn Sie vermuten, dass bei Ihnen oder einem Angehörigen eine bipolare Störung vorliegen könnte, sollten Sie professionelle Hilfe aufsuchen. Der Hausarzt kann Ihre erste Anlaufstelle sein. Er wird eine Untersuchung vornehmen und Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen. Sie können sich aber auch direkt an einen Facharzt für Psychiatrie wenden.

Der Arzt kann eine bipolare Störung nur im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs diagnostizieren. Dazu wird er Ihnen viele Fragen stellen. Einige Ärzte verwenden standardisierte Fragebögen, um die Krankengeschichte (Anamnese) vollständig zu erfassen. Hilfreich ist es, wenn nahestehende Angehörige oder Freunde an den Gesprächen teilnehmen, um ihre Sichtweise darzulegen. Denn viele Erkrankte nehmen ihr Verhalten anders wahr als das direkte Umfeld. Der Arzt sollte möglichst beide Seiten hören. So erhält er wertvolle Hinweise für seine Diagnose.

Um andere Erkrankungen auszuschließen, zum Beispiel eine Fehlfunktion der Schilddrüse, sind körperliche Untersuchungen erforderlich. Dazu gehören unter anderem Bluttests, EKG (Elektrokardiogramm), EEG (Elektroenzephalogramm) oder manchmal auch ein CT (Computertomographie) beziehungsweise ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns.

Das ist wichtig beim Gespräch mit dem Arzt

Vielleicht ist es Ihnen ein wenig unangenehm, über Ihre Gefühle und Ihr seelisches Befinden zu sprechen. Ihr Arzt wird dafür Verständnis haben und sich Zeit für Sie nehmen. Scheuen Sie sich nicht, alles anzusprechen, was Ihnen an Ihrem Verhalten irgendwie „merkwürdig“ vorkommt:

  • Notieren Sie bereits im Vorfeld alle Symptome zusammen mit Angaben zur Dauer und Stärke. Dabei kann eine App mit Tagebuchfunktion, wie das Persönliche LiveChart (PLC) System der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) e.V. hilfreich sein.
  • Machen Sie eine Aufstellung Ihrer Krankheiten und der Medikamente, die Sie dagegen einnehmen. Dazu gehören auch Mittel, die freiverkäuflich sind.
  • Schildern Sie, welchem Stress Sie gegebenenfalls bei der Arbeit oder in der Familie ausgesetzt sind.
  • Beschreiben Sie Ihr Schlaf- und Essverhalten.
  • Geben Sie ehrlich an, wie viel Alkohol Sie trinken und gegebenenfalls welche Drogen Sie nehmen.
  • Sagen Sie die Wahrheit und verschweigen Sie nichts.
  • Lassen Sie sich von einem Angehörigen oder Freund begleiten, der seine Eindrücke zu Ihrem Verhalten und Ihren Stimmungen schildern kann.

Nur wenn Sie vollständig und ehrlich alle Symptome und Wahrnehmungen darlegen, kann Ihr Arzt die richtige Diagnose stellen. Je früher eine bipolare Störung erkannt und eine Therapie eingeleitet wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten.