Hilfe bei psychischen Erkrankungen

Eine psychische Erkrankung stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Wie eine Naturgewalt bricht sie in eine Familie ein und stellt alles auf den Kopf. Viele sind verunsichert angesichts der Veränderungen, welche eine psychische Störung in ihr Leben bringt. Angehörige fühlen sich oft hilflos und alleingelassen. Die Diagnose wirkt wie ein Stempel: versagt! Das Selbstwertgefühl ist am Boden. Dabei ist eine psychische Störung nichts, wofür man sich schämen müsste. Depression, Schizophrenie oder Angststörungen können jeden treffen – Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene, Reiche und Arme, Studierte und Ungelernte. Wichtig ist es, bei Verdacht auf eine seelische Erkrankung therapeutischen Rat einzuholen. Dass Sie jetzt diese Zeilen lesen, zeigt: Sie ergreifen die Initiative und setzen sich mit der Krankheit auseinander – ein erster wichtiger Schritt.

Als Angehöriger kann man einen psychisch Erkanktem helfen

Mit Verständnis und Akzeptanz kann man sein psychisch
erkranktes Familienmitglied unterstützen.

Als Angehöriger eine Hilfe für den psychisch Erkrankten sein

Geben Sie Ihrem psychisch kranken Familienmitglied Unterstützung, indem Sie Verständnis für sein Krankheitsbild zeigen und akzeptieren, dass sich manches dadurch verändert hat. Würdigen Sie auch kleine (Fort)Schritte und geben Sie ehrliche und positive Rückmeldungen. Für den Erkrankten ist es wichtig, eine verlässliche Bezugsperson zu haben, die auch Grenzen setzen kann. So ist es wichtig, dem Betroffenen sachlich mitzuteilen, wenn sein Verhalten das Zusammenleben stört. Ich-Botschaften, die Ihre eigenen Gefühle beschreiben, sind authentisch und wirken deeskalierend, zum Beispiel: „Mich stört die Unordnung“ statt „Räum endlich auf!“.

Nehmen Sie die Gedanken und Gefühle des Erkrankten ernst. Reden Sie miteinander, in Ruhe, respektvoll und ohne Vorwürfe. Üben Sie möglichst wenig Druck aus. Sorgen Sie für möglichst viel Normalität und halten Sie an vertrauten Gewohnheiten fest. Versuchen Sie, Essens- und Schlafenszeiten beizubehalten. Nehmen Sie nicht zu viel Verantwortung ab, um den Betroffenen zu schonen. Fördern Sie seine Selbständigkeit, indem Sie kleine Schritte zulassen. Schotten Sie sich nicht ab, sondern unternehmen Sie gemeinsam etwas. Pflegen Sie Freundschaften und Hobbys. Was den Gesunden stärkt, tut auch dem seelisch Kranken gut.

In bestimmten Lebenssituationen können Fragen aufkommen, wie die nach der Vererbbarkeit psychischer Störungen oder der möglichen Auswirkungen auf Mutter und Kind bei einer Schwangerschaft. Auf diese Fragen wird im folgenden Kapitel näher eingegangen. Eine Stütze für viele Betroffene und Angehörige psychisch Erkrankter können Selbsthilfegruppen sein. Was Selbsthilfegruppen leisten und wie die Selbsthilfe in Gruppen funktionieren kann, lesen Sie hier.